"Deutschstunde" International  

 



Dass Mainz lohnendes Ziel für Besucher aus aller Herren Länder ist, ist bekannt. Dass man mit einer bunt gemischten, internationalen Besuchergruppe auch eine "Deutschstunde" der besonderen Art veranstalten kann, war für mich eine neue Erfahrung. Dennoch gab es keine Verständigungsprobleme, denn die Teilnehmer waren Deutschlehrer aus Tunesien, China, Russland, Afghanistan, Bulgarien, Mali, Guinea, Uzbekistan, der Ukraine und Pakistan, die ein Deutschlehrer-Seminar des Bundessprachenamtes in Hürth belegt hatten. Im Rahmen dieses Kurses besuchten sie auch Mainz und besichtigten den Landtag und die Landeshauptstadt. Für mich war es eine große Freude, diese Gruppe auf der Zitadelle zu treffen und als Abschluss ihres Mainz- wie auch ihres Deutschlandaufenthaltes mit ihnen eine Autorenlesung veranstalten zu dürfen. In einer der Kasematten las ich aus meiner bisher unveröffentlichten Kurzgeschichte "Der Götter Fluch und Segen", die die Entdeckung des Weins in Mesopotamien thematisiert. Passend dazu hatte ich eine kleine Weinprobe vorbereitet (für die muslimischen Zuhörer gab es alternativ Traubensaft), zu der auch Spundekäs und Brezel gereicht wurden. Selten hatte ich ein interessierteres Publikum, das aufmerksam zuhörte und gezielte Fragen stellte. So blieb es nicht nur bei Auskünften über meine Arbeit als Autorin und meine Bücher. Ich beantwortete auch Fragen über Wein, Rheinhessen und Mainz und fühlte mich fast ein bisschen wie eine Heimat-Botschafterin. Die Begegnung mit diesen Menschen war für mich nicht nur interessant sondern auch sehr bereichernd. Sie endete viel zu früh mit dem Signieren eines meiner Bücher, das die Teilnehmer während ihrer Zeit in Deutschland gelesen haben. Mir hat dieses Zusammentreffen große Freude bereitet und auch die Kursteilnehmer waren ganz offensichtlich begeistert. Vielleicht sehen wir uns ja einmal wieder?

 

Claudia Platz



 
 "Mörderisches Mehrgänge Menü zum Mitmachen"  

 



Für ein "Mörderisches Mehrgänge-Menu" in einem rheinhessischen Weingut verfasste ich im November ein Kriminalstück in drei Akten, in das einige Zuhörer aktiv eingebunden wurden. Sie übernahmen kleine Sprechrollen und mimten verschiedene Mordverdächtige mit ihren "persönlichen" Motiven. Der Abend entwickelte eine spannende, kurzweilige Eigendynamik, da vor dem dritten Akt auch noch genügend Zeit zum Mörderraten blieb. Nicht nur die Gäste und die Gastgeber hatten viel Spaß sondern auch ich. Diese interaktive Lesung würde ich bei Gelegenheit gern einmal wiederholen.

 

Claudia Platz

Mainzer Allgemeine Zeitung, Mittwoch 24. November 2010

 

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